Tag 6 - Oberwiesental nach Johanngeorgenstadt

Bianca und Ina

Biwalkin

Erzgebirgskammweg

Tag 6

Oberwiesental nach Johanngeorgenstadt

Nach einem ausführlichen und sehr guten Frühstück startete ich in den letzten Wandertag.

Vom Hotel bekam ich noch eine Brotzeit mit da es unterwegs nichts zum Einkehren gab.

Erstmal waren einige Höhenmeter zu bewältigen, es ging hoch auf den Fichtelberg.

Der Weg führte erst über eine breite Forststraße bergan und bog dann auf die Skipiste ab, wo es steil und durch nasse Wiesen nach oben ging.

Oben empfing mich eine schöne Aussicht und ein eiskalter Wind. Ich machte ein paar Fotos und sah mich kurz ein wenig um. Bald war ich so durchgefroren dass ich entschied weiterzugehen.

Nun ging es die sogenannte Wellenschaukel Piste hinab zur Skiarena. Ein Biathlon Stadion in dem im Winter Wettkämpfe stattfinden.

Bald bog der Weg ab und führte weiter bergab durch mal mehr mal weniger dichten Wald Richtung Tellerhäuser. Ein lustiger Name, ich Fragte mich ob es auch Gabelstadt gab.

Oberhalb des kleinen Ortes machte ich Rast und traf dort auf zwei Kammwanderer.

Dann ging es weiter bergab, immer an einem rauschenden Bach entlang. Der Rucksack schob mich den Berg hinab und ich kam gut voran.

Am Anton-Günter Denkmal kurz vor Rittersgrün machte ich erneut Pause. (Anton Günter ist ein berühmter erzgebirgischer Volksdichter und Sänger) In der Rasthütte saßen bereits zwei weitere Kammwanderer.

So viele andere Wanderer wie heute hatte ich den ganzen Weg vorher nicht getroffen!

Bei Rittergrün waren Holzarbeiten und der Erzgebirgskammweg hatte eine Umleitung nach Tschechien.

Ich überquerte die Grenze und folgte dem Wanderweg bis ich an einer alten Mühle wieder auf den ursprünglichen Weg kam. Hier standen ein paar Häuser und unter einer alten Tanne war in einem Erdloch eine Tür. Ob das ein Zugang zu einem alten Stollen war?

Nun kam der letzte Anstieg der Tour. Es ging durch den Wald steil zur Himmelswiese.

Immer knapp an der Grenze entlang und oben war noch die Schranke vom ehemaligen Grenzübergang zu sehen.

An der Himmelswiese, einer wunderschönen Lichtung, machte ich Pause.

Die Vögel zwitscherten und die Bäume rauschten im Wind. Es war sehr entspannend.

Nun war Endspurt angesagt. Vorbei an einem Waldteich ging es bergab nach Johanngeorgenstadt.

Meine Navigation sagte "noch 500 Meter" als ich plötzlich ein grunzen und Rascheln hörte und etwas schwarzes im Wald verschwand.

Ich hatte ein Wildschwein aufgeschreckt das am Weg nach Futter gesucht hatte. Erschrocken blieb ich stehen und lauschte ob noch mehr Schweine kamen. Es blieb ruhig, aber ich wanderte die Meter bis zu meiner Unterkunft nun sehr schnell.

Diese liegt genau am Waldrand und an dem Haus beendete ich den Kammweg.

162 km und 3.910 Höhenmeter war ich in den letzten 6 Tagen gewandert.

Der Weg geht noch weiter bis Blankenstein und die restlichen Etappen werde ich irgendwann auch noch gehen.

P.S.

Da ich eine Ferienwohnung habe muss ich mich selbst versorgen.

Vor dem Haus stand ein Mann und saugte sein Auto, ich fragte wie man am schnellsten zum Supermarkt kommt. Er meinte ich solle am besten nach Tschechien gehen, die Grenze verläuft direkt hinter dem Haus. Er zeigte den Hügel hinab, dort gibt es einen Supermarkt. Hinter dem Haus würde ein Trampelpfad führen über den man sehr schnell dort wäre. Dann sagte er noch ich solle meinen Ausweis mitnehmen da die Miliz kontrollieren würde und ich nicht im Dunkeln gehen sollte wegen der Schmuggler. Ich war verunsichert. War das ernst gemeint oder ein speziell erzgebirgischer Humor?

Etwas skeptisch machte ich mich auf den Weg. Es klappte aber alles und ich kam mit Abendessen wieder sicher in meinem Appartement an.

biwalkin.de

Ina Großmann-Stangl und Bianca Bauer

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Bürger für Bürger Nachbarschaftshilfe Wolfratshausen e.V.

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