Erzgebirgskammweg
Tag 3
Olbernhau nach Künhaide
Los ging der dritte Wandertag mit einem Frühstück beim Bäcker.
Da ich wusste dass heute auf der Strecke nichts zum Einkehren kommt kaufte ich Proviant und machte mich dann auf den Weg.
Erst auf einen kleiner Rundgang durch Olbernhau und dann weiter zum Einkaufszentrum.
Ein Schnürsenkel in meinem Wanderschuh musste ersetzt werden. Da weder ich noch die Verkäuferin wusste dass Schnürsenkel immer paarweise verpackt sind habe ich nun genug für viele Wanderungen.
Nun konnte es losgehen.
Das erste Ziel kurz hinter Olbernhau war die Saigerhütte. Unesco Weltkulturerbe. Dort wurde Jahrhunderte lang Zinn und Silber verarbeitet. Heute ist es ein Freilichtmuseum. Ich schlenderte durch das Gelände, sah mir die vielen Gebäude von aussen an und nahm mir vor mit mehr Zeit wiederzukommen.
Der Weg führte nun durch einen schönen Buchen und Ahornwald steil die Talseite hoch zum Stößerfelsen. Ein Aussichtspunkt hoch über dem bewaldeten Tal.
Dort machte ich Brotzeit und ruhte mich aus. Der Tag gestern steckte mir noch in den Beinen.
Bald fing es an zu Regnen, ich zog meinen Regenmantel an und wanderte weiter durch den Wald.
Es waren wieder endlose Reihen Fichten und breite Forstwege zu durchqueren. Irgendwann bog der Weg ab und führte ins Tal hinunter zur Lochmühle. Außer ein paar Häusern gab es dort nichts und so wanderte ich weiter, wieder bergan Richtung Rübenau.
Der Weg führte aus dem Wald heraus und es gab eine schöne Aussicht auf die verstreuten Häuser und Hügel der Gegend.
Natürlich ging es wieder bergan über blühende Wiesen Richtung Wald.
Der Wind wehte mir den Regen ins Gesicht und ich war froh als ich wieder im schützenden Wald angekommen war. Am Lehmhaidner Teich legte ich in eine kleinen Hütte eine kurze Pause ein. Der Teich lag wunderschön mitten im Wald. Nun ging es durch hohes Gras und tiefen Matsch durch den Wald. Die Fahrzeuge hatten tiefe Spurrinnen hinterlassen. Statt Erzgebirgskammweg hieß es Erzgebirgsmatschweg.
Ich sah auch immer wieder frische Spuren von Wildschweinen am Weg und beeilte mich aus dem Wald herauszukommen. Nun ging es an einem Bach und über Hügel zum Grenzweg. Dieser führt direkt an der Tschechischen Grenze entlang. Links Tschechien und Rechts Deutschland. Bald kam ich an meiner heutigen Unterkunft, einem urigen Gasthaus im Schwarzwassertal an.
Die freundliche Wirtsfrau öffnete die Tür und sagte dass sie in der Gaststube extra eingeheizt hatte, dort brannte im Ofen schon ein Feuer. Nach der Wanderung im Regen war das genau richtig.
Zum Abendessen gab es Schnitzel und Bratkartoffeln und nette Gespräche mit der Wirtin und einem Stammgast. Sie erzählten dass der Erzgebirgskammweg sehr viel beworben wurde aber nur wenige Wanderer ihn gehen. Das konnte ich bestätigen.
Ich kannte die Werbeprospekte und dachte hier sind sehr viele Wanderer unterwegs. Im stillen dachte ich aber, dass die Ruhe und Einsamkeit auf dem Weg sehr schön sind und ich die Wanderung dadurch sehr genießen kann.