Erzgebirgskammweg
Tag 4
Künhaide nach Jöhstadt
Der Tag startete mit einem reichhaltigen Frühstück ganz gemütlich. Es regnete und so ließ ich mir Zeit um eine Regenlücke abzuwarten.
Die Wetterapp versprach Sonne und so zog ich hoffnungsvoll los.
Es ging durch das Schwarzwassertal an einem kleinen Kanal entlang immer durch das Moor. Der Weg schlängelte sich malerisch und trotz Regen war es sehr schön.
Bald ging es in den Wald und auf einem breiten Forstweg dahin. Der Regen wurde stärker und so machte ich eine längere Pause an einem überdachten Rastplatz. Wo war die versprochene Sonne?
Irgendwann ging ich wieder los weiter Richtung Reitzenhain. Dort waren ein paar Häuser in einem malerischen Tal mit einem kleinen Bach. Es gab ein Hinweisschild, dass es auch einen bömischen Ortsteil gab, der in den 50ziger Jahren abgerissen wurde. Ich wanderte immer noch dicht an der tschechischen Grenze entlang.
Nun schien auch endlich die Sonne und ich konnte meine Regenjacke wegpacken.
Weiter ging es zum Hirtstein. Einem alten Vulkan der vor Millionen von Jahren eine aussergewöhnliche Felsformation geschaffen hat.
Auf dem Zuweg zum Berg überlegte ich, daß ich vor dem steilen Anstieg etwas Essen musste. Es war bereits früher Nachmittag und ich hatte Hunger. Ohne Energie würde ich den Berg nicht bezwingen können.
Ich ging ein Stück durch ein Wäldchen bergan und als ich auf die Strasse zum Berg kam sah ich, daß ich schon fast oben war. Anscheinend hatte ich mittlerweile eine gute Wanderkondotion bekommen.
Ich sah mir die wie Fächer geformten Felsen an und genoß die Aussich in das Umland.
Die nächste schöne Überraschung war die Hirtsteinbaude, ein uriger Gasthof in den ich einkehrte und Wildgulasch mit böhmischen Knödeln aß. Zum Nachtisch gab es noch einen Apfelstrudel.
Bevor ich von dem üppigen Essen müde wurde, machte ich mich wieder auf den Weg.
Es ging auf einem wunderschönen Wiesenweg, vorbei an uralten Buchen leicht bergab. Ein paar Feldhasen kamen mir auf dem Weg entgegen und sprangen schnell in den Wald als sie mich sahen. Die Wiesen um mich herum blühten und die Vögel zwitscherten.
Nun kam eine Abzweigung und ich ging auf einem alten Postweg Richtung Schmalzgrube.
Der Weg schlängelte sich durch den dichten Wald steil bergab.
In Schmalzgrube endet eine historische Dampfeisenbahn die in Jöhstadt losfährt. Das getute der Bahn hatte ich schon eine ganze Weile gehört nun sah ich sie, als ich weiter bergan Richtung Jöhstadt wanderte.
Es ging wieder stetig bergan und ich kam durch das örtliche Skigebiet.
Steil ging es an der Piste nach oben. Ich schnaufte sehr, meine Wanderkondition war wohl wieder weg.
In Jöhstadt, ein Dorf mit ca. 2.500 Einwohner, suchte ich eine Weile meine heutige Unterkunft.
Eine ältere Dame konnte helfen und bald hatte ich mein Zimmer in dem Haus bezogen.
Ich wohne in einer ehemaligen Bäckerei.
Im alten Haus war es kälter als draussen und ich bin gespannt ob meine Wäsche bis morgen trocknet.
Heizung gibt es leider keine.
Morgen ist schon der vorletzte Wandertag, dann geht es zum Fichtelberg.